20. Jahrestag der Stiftung

Prof. Markus Rüegg und Dr. Thomas Meier
Prof. M.A. Rüegg und Dr. T. Meier

Am 15. Juni 2005, hat die Stiftung für die Erforschung der Muskelkrankheiten in Anwesenheit von anerkannten Vertretern der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, ihr 20 jähriges Bestehen in der „Cité Universitaire Neuchâtel“ gefeiert. Der Präsident der Stiftung, Dr. Jacques Rognon, hat zunächst die Gründe dargelegt, welche zur Schaffung der Stiftung geführt haben. Anschliessend legte er deren Tätigkeit, ihre Finanzierung und die bis zum heutigen Tag gewährten Stipendien dar. Er unterstrich die Tatsache, dass die administrativen Kosten auf einem sehr tiefen Niveau gehalten werden konnten, dies in der Grössenordnung von 5 %. Weiter erwähnte er, dass sich die bis heute an alle  schweizerischen medizinischen Fakultäten gewährten Stipendien auf 14 Millionen belaufen.

Der Präsident des wissenschaftlichen Rates, Professor Denis Monard, beschrieb den Auswahlmodus der von der Stiftung unterstützten Stipendien. Jedes Jahr, werden zwischen 10 bis 15 Projekte von den Mitgliedern des wissenschaftlichen Rates geprüft. Die dabei beachteten Kriterien betreffen die Originalität, die wissenschaftliche Qualität, die Machbarkeit, die Relevanz für die Stiftung und die Chancen auf der Ebene des klinischen Erfolges. Zudem erwähnte er, dass er alle 2 Jahre ein zweitätiges Seminar leitet an der alle von der Stiftung unterstützten Forscher teilnehmen.

Professor Markus Rüegg vom Biozentrum der Universität Basel betonte die Wichtigkeit der Grundlagenforschung um therapeutische Konzepte zu entwickeln. Dies mit dem Ziel die zurzeit noch unheilbaren Krankheiten heilen zu können. Er unterstrich die fundamentale Rolle der Molekularbiologie, der genetischen Methoden, der Stammzellen und der Tierversuche im Hinblick auf Therapien.

Dr. Thomas Meier, verantwortlich für die Forschung bei Santhera Pharmaceuticals in Liestal, legte die Schwierigkeiten dar, welche bei der Schaffung eines Start-up im Bereich von neu entdeckten Krankheiten, wie die Myopathie, angetroffen werden. Er beschrieb den Stand der fortschreitenden Arbeiten in Bezug auf die Friedreich Ataxie und die Duchenne-Krankheit. Er unterstrich die Wichtigkeit der moralischen und finanziellen Unterstützung der Stiftung für die Sicherstellung der Finanzierung der Gesellschaft.

Dr. Charles Kleiber, Staatssekretär, Direktor der Gruppe Wissenschaft und Forschung, schloss meisterhaft die Zeremonie. Er hat uns einige Überlegungen teilen lassen, über die Rolle des Wissens für ein Land wie die Schweiz und uns die Bedeutung der Partnerschaft zwischen den öffentlichen Behörden und den privaten Stiftungen aufgezeigt. Musikalische Einlagen des jungen talentierten Pianisten, Cédric Gremaud, bescherten der von ca. 200 Personen verfolgten Veranstaltung eine künstlerische Note. Ein herzliches Dankeschön dem Neuenburger Staatsrat, der zum Aperitif einlud und in dessen Namen Hr. Jean-Jacques Clemençon, Leiter der Abteilung Universitäre Ausbildung, sich an die Anwesenden wandte. Nachstehend finden Sie den vollständigen Text seiner glänzenden Rede. Natürlich gilt unsere Dankbarkeit auch der Aktiengesellschaft Serono. Dank ihrer Grosszügigkeit konnten die Teilnehmer sich an einem ausgezeichneten Buffet delektieren.

Botschaft im Namen des Staatsrats

"Diese Gemütsbewegung, die auf Beethoven folgt, …. Das ist noch immer Beethoven!"

Sehr geehrter Herr Staatssekretär, Sehr geehrter Herr Präsident, Sehr geehrte Damen und Herren,

Wenn der Staatsrat heute mit der Stimme der Abteilung Universitäre Ausbildung das Wort ergreift, geschieht dies gewiss nicht, um einer Konvention Genüge zu tun, eine elegante Grussbotschaft abzuliefern oder irgendeine andere wohlwollende Pflicht zu erfüllen.Es gibt wahrlich etwas zu feiern, den zwanzigsten Geburtstag Ihrer Stiftung, was an sich schon ein Grund zu Freude und Stolz ist. Die Regierung versichert Sie ihrer Anteilnahme an dieser Freude und diesem Stolz teil, möchte sie mit Ihnen teilen und lädt zum Aperitif ein, einem festlichen Anlass, der Gelegenheit bietet, Komplimente und Dankesworte auszutauschen.Natürlich gibt es all das, aber noch viel mehr. Denn Ihre Präsenz hier ist das Zeichen eines Kampfes gegen das Unverständliche, eines Kampfes für das Leben und für den Sinn des Lebens, einer klaren Weigerung, sich in sein Schicksal zu ergeben, selbst wenn die Natur dem Menschen – manchmal, immer – seinen Zustand der Demut nicht vergessen lässt. Die Forschung, die Sie als Stiftung unterstützen, für die Sie sich in Ihren wissenschaftlichen Engagements einsetzen, gibt der menschlichen Würde einen Horizont, und dieser Horizont heisst Hoffnung, und diese Forschung ist ihr Instrument. Diese Stipendien, die Sie vergeben, tragen ganz erheblich dazu bei, die Mechanismen besser zu identifizieren und zu untersuchen, die uns beharrlich entgehen, die Sequenzen und Prozesse zu beschreiben, die unverfroren Menschen zu Ausgeschlossenen machen, die Mutationen aufzustöbern, die für die Muskelerkrankungen verantwortlich sind. Diese Impulse, die Sie geben, fördern unsichtbare molekulare Wechselwirkungen an den Tag, hinter denen sich die Ursachen organischer und sichtbarer Schmerzen verbergen. Diese Suche nach Wissen ist also unerlässlich. Und es zählt zu den Aufgabe des Universitäts- und Wissenschaftsplatzes Schweiz, sie durchzuführen. Überdies geht es bei der Mission, der Sie sich verschrieben haben, bei dem Erwerb spezifischer Kenntnisse um einen staatsbürgerlichen Akt, den die Politik nur begrüssen und unterstützen kann. Das möchte der Neuenburger Staatsrat durch die indirekte Beteiligung an Ihrer Veranstaltung am heutigen Abend zum Ausdruck bringen. Denn die Regierung weiss, dass es keinen Fortschritt ohne Forschung und weder eine Forschung ohne Mittel noch Mittel ohne Generosität gibt. Sie weiss um den Elan, den Sie seit 20 Jahren auszulösen verstehen, der natürlich in den finanziellen Rekorden des Telethon zum Ausdruck kommt, aber vor allem darin, dass er so viele Menschen für eine Sache mobilisiert, die viel zu wenig unterstützt wurde, bevor Sie Ihre Stiftung ins Leben riefen. Der Staatsrat weiss, dass viele Menschen, die an Muskelerkrankungen leiden, seitdem hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Das, was wir Ihnen übermitteln möchten, ist ein immenses Dankeschön für Ihre Aktion, die es durch die Suche nach dem Warum gestatten wird, das Wie klar zu umreissen. Die durch die Entschlüsselung des Absurden und des Scheinbaren eines Tages das schöpferische Wort und eine eiserne Kraft für alle jene finden wird, die dem Zweifel zuneigten. Vielen Dank dafür, dass Sie helfen, Vertrauen zu spenden und das Leben zu erforschen. Vielen Dank dafür, dass es Sie gibt und weiterhin geben wird.

Hr. Jean-Jacques ClemençonLeiter der Abteilung Universitäre Ausbildung